Technical SEO

Index und Noindex: Welche Seiten Google sehen soll und welche nicht

Mit dem Noindex-Tag steuerst du welche Seiten in Google erscheinen. So setzt du ihn richtig ein — ohne Fehler.

Bastian Lipka·6. Februar 2026·5 Min. Lesezeit

Nicht jede Seite deiner Webseite gehört in den Google-Index. Danke-Seiten, interne Suchseiten oder Archivseiten haben in den Suchergebnissen nichts verloren. Mit dem Noindex-Tag sagst du Google genau das: „Diese Seite bitte nicht indexieren." Klingt einfach — führt aber immer wieder zu gravierenden Fehlern. In diesem Artikel erfährst du, wie der Noindex-Tag funktioniert, wann du ihn einsetzen solltest und welche Fehler du unbedingt vermeiden musst.

Was ist der Noindex-Tag?

Der Noindex-Tag ist eine Anweisung an Suchmaschinen, eine bestimmte Seite nicht in den Suchindex aufzunehmen. Eine Seite mit Noindex-Tag wird von Google zwar gecrawlt, erscheint aber nicht in den Suchergebnissen.

Das ist ein wichtiger Unterschied zur robots.txt: Die robots.txt verhindert das Crawling einer Seite, der Noindex-Tag verhindert die Indexierung. Beides sind verschiedene Dinge mit verschiedenen Auswirkungen.

Es gibt zwei Wege, den Noindex-Tag zu implementieren: den Meta Robots Tag im HTML und den X-Robots-Tag im HTTP-Header.

Meta Robots Tag vs. X-Robots-Tag

Meta Robots Tag

Der Meta Robots Tag wird im <head>-Bereich deiner HTML-Seite platziert:

<meta name="robots" content="noindex">

Diese Variante ist die gebräuchlichste und funktioniert für alle HTML-Seiten. Du kannst den Tag auch mit weiteren Anweisungen kombinieren:

<meta name="robots" content="noindex, nofollow">

Mit nofollow sagst du Google zusätzlich, dass es den Links auf dieser Seite nicht folgen soll. In den meisten Fällen reicht noindex allein aus — du möchtest die Seite aus dem Index fernhalten, aber Google soll den Links trotzdem folgen können.

X-Robots-Tag

Der X-Robots-Tag wird als HTTP-Header gesendet und eignet sich besonders für Nicht-HTML-Dateien wie PDFs, Bilder oder andere Dokumente:

X-Robots-Tag: noindex

Die Konfiguration erfolgt auf Serverebene, zum Beispiel in der .htaccess-Datei bei Apache oder in der Serverkonfiguration bei Nginx. Der X-Robots-Tag ist weniger verbreitet, aber in bestimmten Fällen die einzige Möglichkeit.

Wenn du den Noindex-Tag für HTML-Seiten verwendest, ist der Meta Robots Tag die einfachere und gängigere Variante. Den X-Robots-Tag brauchst du nur, wenn du Nicht-HTML-Dateien von der Indexierung ausschließen willst.

Welche Seiten solltest du auf Noindex setzen?

Es gibt bestimmte Seitentypen, die in den Suchergebnissen keinen Mehrwert bieten und deshalb auf Noindex gesetzt werden sollten.

Danke-Seiten und Bestätigungsseiten

Seiten, die nach einer Formulareinsendung oder einem Kauf angezeigt werden, gehören nicht in den Index. Sie bieten keinen Mehrwert für Suchende und können sogar Conversion-Tracking verfälschen, wenn Nutzer direkt über Google darauf landen.

Interne Suchseiten

Wenn deine Webseite eine Suchfunktion hat, erzeugt jede Suchanfrage eine eigene URL. Diese Seiten bieten keinen einzigartigen Inhalt und können zu massiven Indexierungsproblemen führen. Setze alle internen Suchseiten auf Noindex.

Tag- und Archivseiten

WordPress und andere CMS erstellen automatisch Archivseiten für Tags, Kategorien, Autoren und Datumsarchive. Viele dieser Seiten zeigen nur Auszüge bereits vorhandener Inhalte — klassischer Duplicate Content. Setze zumindest Tag-Seiten und Datumsarchive auf Noindex.

Login- und Registrierungsseiten

Login-Formulare und Registrierungsseiten haben in den Suchergebnissen nichts zu suchen. Sie bieten keinen inhaltlichen Mehrwert und sollten auf Noindex stehen.

Seiten mit dünnem Inhalt

Seiten, die du (noch) nicht löschen oder zusammenführen kannst, aber die kaum Inhalt bieten, können vorübergehend auf Noindex gesetzt werden. Das verhindert, dass sie die Qualitätsbewertung deiner gesamten Domain herunterziehen.

Paginierte Seiten (optional)

Seite 2, 3, 4 usw. von paginierten Listen können auf Noindex gesetzt werden, wenn die wichtigen Inhalte auf Seite 1 stehen. Das ist allerdings ein Graubereich — Google empfiehlt, Paginierung eher mit Canonical Tags zu lösen.

Welche Seiten NICHT auf Noindex setzen

Mindestens genauso wichtig wie zu wissen, was Noindex bekommt, ist zu wissen, was auf keinen Fall Noindex bekommen darf.

Wichtige Landingpages: Deine Startseite, Produktseiten, Dienstleistungsseiten und wichtige Kategorieseiten müssen indexiert sein. Ohne Indexierung erscheinen sie nicht in Google.

Blogartikel: Deine Blogartikel sind meist die Seiten, die organischen Traffic bringen. Sie gehören in den Index — es sei denn, es handelt sich um veraltete Inhalte, die du nicht mehr aktualisieren willst.

Produktseiten: In einem Online-Shop müssen alle aktiven Produktseiten indexiert sein. Nur ausgelaufene oder nicht mehr verfügbare Produkte können auf Noindex gesetzt werden.

Seiten mit Backlinks: Wenn eine Seite wertvolle Backlinks hat, solltest du sie nicht einfach auf Noindex setzen. Die Linkpower geht dann verloren. Besser: Die Seite verbessern oder per 301-Redirect auf eine relevante Seite umleiten.

Der häufigste und gefährlichste Fehler: Versehentlich die gesamte Webseite auf Noindex setzen. Das passiert öfter, als man denkt — besonders nach dem Launch oder bei der Migration. Eine einzige falsche Zeile im Template kann dafür sorgen, dass Google deine komplette Webseite aus dem Index entfernt. Überprüfe nach jedem Launch und jeder größeren Änderung, ob der Noindex-Tag korrekt gesetzt ist.

Häufige Fehler mit dem Noindex-Tag

Gesamte Webseite auf Noindex

Der Klassiker: Bei WordPress gibt es unter „Einstellungen" → „Lesen" die Option „Suchmaschinen davon abhalten, diese Website zu indexieren". Wird nach einem Relaunch vergessen, diesen Haken zu entfernen, verschwindet die gesamte Seite aus Google. Lies mehr dazu in unserem Artikel über häufige SEO-Fehler.

Noindex und Disallow gleichzeitig

Wenn du eine Seite in der robots.txt blockierst UND einen Noindex-Tag setzt, kann Google den Noindex-Tag nicht lesen — weil er die Seite gar nicht crawlt. Das Ergebnis: Die Seite bleibt möglicherweise im Index, obwohl du das Gegenteil wolltest. Wenn du Noindex verwenden willst, muss Google die Seite crawlen können.

Noindex auf Canonical-Ziel

Wenn Seite A einen Canonical Tag auf Seite B hat und Seite B auf Noindex steht, entsteht ein Widerspruch. Du sagst Google gleichzeitig „Seite B ist die wichtige Version" und „Seite B soll nicht indexiert werden". Google muss dann selbst entscheiden und trifft möglicherweise nicht die Wahl, die du dir wünschst.

Noindex vergessen zu entfernen

Manchmal setzt man Seiten während der Entwicklung auf Noindex und vergisst, den Tag vor dem Live-Gang zu entfernen. Etabliere einen Prozess, der sicherstellt, dass alle Noindex-Tags vor dem Launch überprüft werden.

Noindex in der Google Search Console prüfen

Die Google Search Console ist das wichtigste Tool, um die Indexierung deiner Seiten zu überwachen. Unter „Indexierung" → „Seiten" siehst du, welche URLs indexiert sind und welche nicht.

Achte besonders auf den Status „Durch noindex-Tag ausgeschlossen". Hier listet Google alle Seiten auf, die aufgrund eines Noindex-Tags nicht indexiert wurden. Überprüfe diese Liste regelmäßig und stelle sicher, dass keine wichtigen Seiten versehentlich enthalten sind.

Du kannst auch die URL-Prüfung nutzen, um einzelne Seiten zu testen. Gib die URL ein und Google zeigt dir, ob die Seite indexiert ist, welche Meta-Tags erkannt wurden und ob es Probleme gibt.

Um zu verstehen, wie Google deine Seiten insgesamt verarbeitet, hilft unser Artikel Wie funktioniert die Google-Suche.

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Gut
Saubere Index-Steuerung

Noindex vs. andere Methoden

Der Noindex-Tag ist nicht die einzige Möglichkeit, Seiten aus dem Index fernzuhalten. Hier ein kurzer Vergleich:

Noindex-Tag: Verhindert die Indexierung, erlaubt aber das Crawling. Google kann die Seite lesen und den Links folgen.

robots.txt Disallow: Verhindert das Crawling, aber nicht unbedingt die Indexierung. Google kann die Seite in den Index aufnehmen, wenn sie von anderen Seiten verlinkt wird.

Canonical Tag: Leitet die Indexierung auf eine bevorzugte URL um. Nützlich bei Duplikaten, aber kein Ersatz für Noindex.

301-Redirect: Leitet Nutzer und Crawler dauerhaft auf eine andere URL um. Die beste Lösung, wenn eine Seite komplett durch eine andere ersetzt wird.

Für die meisten Fälle ist der Noindex-Tag die richtige Wahl, wenn eine Seite zwar existieren, aber nicht in Google erscheinen soll.

Fazit

Der Noindex-Tag ist ein einfaches, aber mächtiges Werkzeug zur Steuerung deiner Indexierung. Setze ihn gezielt auf Seiten ein, die in Google keinen Mehrwert bieten: Danke-Seiten, interne Suchseiten, Tag-Archive und Login-Bereiche. Lasse aber unbedingt die Finger von Noindex bei wichtigen Landingpages, Blogartikeln und Produktseiten. Überprüfe regelmäßig in der Google Search Console, welche Seiten als „noindex" erkannt werden, und stelle sicher, dass keine wichtigen Seiten versehentlich betroffen sind. Ein kostenloser SEO-Check zeigt dir auf einen Blick, ob deine Indexierung korrekt konfiguriert ist.

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