Technical SEO

XML Sitemap erstellen: Anleitung für jedes CMS

Eine XML Sitemap hilft Google alle wichtigen Seiten deiner Webseite zu finden. So erstellst du sie für WordPress, Shopify und Co.

Bastian Lipka·28. Februar 2026·7 Min. Lesezeit

Stell dir vor, du hast einen riesigen Online-Shop mit hunderten Produktseiten, aber Google kennt nur die Hälfte davon. Genau dieses Problem löst eine XML Sitemap. Sie ist wie ein Inhaltsverzeichnis deiner Webseite, das Suchmaschinen dabei hilft, alle relevanten URLs zu entdecken und zu crawlen. In diesem Artikel zeige ich dir Schritt für Schritt, wie du eine XML Sitemap erstellst, welche Seiten hineingehören und welche Fehler du unbedingt vermeiden solltest.

Was ist eine XML Sitemap?

Eine XML Sitemap ist eine strukturierte Datei im XML-Format, die alle wichtigen URLs deiner Webseite auflistet. Sie liegt typischerweise unter deinedomain.de/sitemap.xml und enthält Informationen wie die URL selbst, das Datum der letzten Änderung, die Änderungshäufigkeit und die Priorität der Seite.

Im Gegensatz zur HTML-Sitemap, die für Nutzer gedacht ist, richtet sich die XML-Variante ausschließlich an Suchmaschinen. Sie sagt Google und Co. im Grunde: „Hier sind alle Seiten, die ich für wichtig halte. Bitte crawle sie."

Warum ist eine XML Sitemap wichtig für SEO?

Eine XML Sitemap ist kein direkter Rankingfaktor, aber sie beeinflusst, wie schnell und vollständig Google deine Seiten indexiert. Besonders wichtig ist sie in folgenden Situationen:

  • Neue Webseiten mit wenigen Backlinks, die Google noch nicht gut kennt
  • Große Webseiten mit mehr als 500 Seiten, bei denen Google möglicherweise nicht alle URLs über die interne Verlinkung findet
  • Webseiten mit schwacher interner Verlinkung, bei denen manche Seiten isoliert sind
  • Shops und Portale mit dynamisch generierten Seiten
  • Nach einem Relaunch, wenn sich URL-Strukturen verändert haben

Auch kleine Webseiten profitieren von einer Sitemap. Sie gibt dir Kontrolle darüber, welche Seiten Google als wichtig betrachten soll, und hilft bei der Fehleranalyse in der Google Search Console.

Was gehört in die Sitemap und was nicht?

Nicht jede URL deiner Webseite sollte in der Sitemap landen. Hier gilt die Faustregel: Nur Seiten aufnehmen, die indexiert werden sollen.

Diese Seiten gehören in die Sitemap:

  • Alle wichtigen Inhaltsseiten (Startseite, Kategorien, Produktseiten, Blogartikel)
  • Landingpages mit relevantem Content
  • Seiten mit kanonischen URLs (canonical auf sich selbst)

Diese Seiten gehören NICHT in die Sitemap:

  • Seiten mit noindex-Tag
  • URLs, die per robots.txt blockiert sind
  • Weiterleitungen (301/302)
  • Seiten mit Parametern (z. B. Filterseiten in Shops)
  • Duplikate oder Seiten mit Canonical auf eine andere URL
  • Login-Seiten, Danke-Seiten, interne Suchseiten

Einer der häufigsten Fehler: Seiten mit noindex-Tag in der Sitemap listen. Das sendet widersprüchliche Signale an Google. Die Sitemap sagt „indexiere mich", das noindex-Tag sagt „ignoriere mich". Bereinige solche Widersprüche regelmäßig.

XML Sitemap in WordPress erstellen

WordPress bietet mehrere Wege, eine Sitemap zu generieren. Seit WordPress 5.5 gibt es sogar eine eingebaute Sitemap unter /wp-sitemap.xml, die allerdings recht rudimentär ist. Besser funktioniert es mit einem SEO-Plugin.

Mit Yoast SEO

Yoast erstellt automatisch eine XML Sitemap, sobald das Plugin aktiviert ist. Du findest sie unter deinedomain.de/sitemap_index.xml. In den Einstellungen kannst du festlegen, welche Beitragstypen und Taxonomien aufgenommen werden sollen.

So gehst du vor:

  1. Gehe zu Yoast SEO → Einstellungen → Allgemein → Funktionen
  2. Stelle sicher, dass die XML-Sitemap aktiviert ist
  3. Klicke auf den Link, um die Sitemap aufzurufen
  4. Unter Yoast SEO → Einstellungen → Inhaltstypen kannst du einzelne Beitragstypen ausschließen

Mit Rank Math

Rank Math funktioniert ähnlich und bietet noch etwas mehr Kontrolle. Die Sitemap findest du unter deinedomain.de/sitemap_index.xml.

  1. Gehe zu Rank Math → Sitemap-Einstellungen
  2. Aktiviere oder deaktiviere einzelne Module (Beiträge, Seiten, Kategorien, etc.)
  3. Lege die maximale Anzahl an URLs pro Sitemap-Datei fest
  4. Schließe einzelne Seiten gezielt aus

Mehr Tipps zur WordPress-Optimierung findest du in unserem Guide zu SEO für WordPress.

XML Sitemap für Shopify erstellen

Shopify generiert automatisch eine Sitemap unter deinshop.de/sitemap.xml. Du kannst sie nicht direkt bearbeiten, da Shopify die Erstellung vollständig übernimmt. Die Sitemap enthält Links zu Produkten, Kollektionen, Blogbeiträgen und Seiten.

Was du tun kannst:

  • Seiten über die Shopify-Admin ausblenden: Wenn eine Seite nicht indexiert werden soll, setze sie auf „Versteckt" oder nutze ein Theme-Setting für noindex
  • Apps verwenden: Plugins wie „Smart SEO" oder „SEO Manager" geben dir mehr Kontrolle über die Sitemap
  • Unnötige Seiten prüfen: Kontrolliere regelmäßig, ob Shopify automatisch Seiten aufnimmt, die nicht in die Sitemap gehören

XML Sitemap manuell erstellen

Für statische Webseiten oder individuelle Setups kannst du eine Sitemap auch manuell erstellen. Das grundlegende Format sieht so aus:

<?xml version="1.0" encoding="UTF-8"?>
<urlset xmlns="http://www.sitemaps.org/schemas/sitemap/0.9">
  <url>
    <loc>https://deinedomain.de/</loc>
    <lastmod>2026-02-28</lastmod>
    <changefreq>weekly</changefreq>
    <priority>1.0</priority>
  </url>
  <url>
    <loc>https://deinedomain.de/leistungen/</loc>
    <lastmod>2026-02-20</lastmod>
    <changefreq>monthly</changefreq>
    <priority>0.8</priority>
  </url>
</urlset>

Wichtige Regeln für die manuelle Erstellung:

  • Verwende ausschließlich absolute URLs mit Protokoll (https://)
  • Halte dich an das UTF-8-Encoding
  • Die maximale Größe beträgt 50.000 URLs oder 50 MB pro Datei
  • Bei größeren Seiten verwendest du einen Sitemap-Index, der auf mehrere Einzel-Sitemaps verweist

Für Frameworks wie Next.js, Astro oder Gatsby gibt es Plugins, die beim Build automatisch eine Sitemap generieren. Hier lohnt es sich, die jeweilige Dokumentation zu prüfen.

Sitemap bei Google einreichen

Nachdem du deine Sitemap erstellt hast, solltest du sie aktiv bei Google einreichen. Das beschleunigt die Indexierung deutlich.

Über die Google Search Console

  1. Öffne die Google Search Console
  2. Gehe zu Sitemaps im linken Menü
  3. Trage die URL deiner Sitemap ein (z. B. sitemap.xml)
  4. Klicke auf Senden

Google zeigt dir anschließend den Status deiner Sitemap: Wie viele URLs erkannt wurden, wie viele indexiert sind und ob Fehler vorliegen.

Über die robots.txt

Du kannst die Sitemap auch in deiner robots.txt referenzieren. Füge einfach folgende Zeile hinzu:

Sitemap: https://deinedomain.de/sitemap.xml

Das ist kein Ersatz für das Einreichen in der Search Console, aber eine zusätzliche Absicherung. Alle Suchmaschinen, die deine robots.txt lesen, finden so auch deine Sitemap.

Häufige Fehler bei XML Sitemaps vermeiden

0
Gut
Typische Sitemap mit Fehlern

Viele Webseiten haben technische Probleme mit ihrer Sitemap, die die Indexierung behindern. Hier sind die häufigsten Fehler:

404-Seiten in der Sitemap: Wenn du Seiten löschst, aber die Sitemap nicht aktualisierst, verweist sie auf nicht existierende URLs. Google stuft die Qualität deiner Sitemap dann herunter.

Weiterleitungen in der Sitemap: URLs, die auf eine andere Seite weiterleiten, gehören nicht in die Sitemap. Trage stattdessen die Ziel-URL ein.

Veraltete lastmod-Daten: Ändere das lastmod-Datum nur, wenn sich der Inhalt tatsächlich geändert hat. Google erkennt, wenn du das Datum künstlich aktualisierst, und ignoriert es dann.

Zu viele unwichtige URLs: Wenn deine Sitemap tausende Seiten enthält, die keinen Mehrwert bieten (leere Kategorien, Tag-Seiten, Archivseiten), verwässerst du das Crawl-Budget für deine wirklich wichtigen Seiten.

Fehlende Sitemap nach Relaunch: Nach einem Website-Relaunch wird die Sitemap oft vergessen. Prüfe direkt nach dem Launch, ob die neue Sitemap erreichbar ist und alle aktuellen URLs enthält.

Überprüfe deine Sitemap regelmäßig mit einem kostenlosen SEO-Check. So erkennst du kaputte Links, noindex-Konflikte und fehlende Seiten, bevor sie zum Problem werden.

Sitemap-Index für große Webseiten

Wenn deine Webseite mehr als 50.000 URLs hat oder die Sitemap größer als 50 MB wird, brauchst du einen Sitemap-Index. Das ist eine übergeordnete XML-Datei, die auf mehrere Einzel-Sitemaps verweist.

Die meisten SEO-Plugins erstellen den Sitemap-Index automatisch und teilen die URLs nach Beitragstyp auf: eine Sitemap für Seiten, eine für Blogbeiträge, eine für Produkte und so weiter.

Fazit

Eine XML Sitemap ist ein grundlegendes Werkzeug im Technical SEO, das oft unterschätzt wird. Sie kostet wenig Aufwand, kann aber einen großen Unterschied bei der Indexierung machen, besonders bei neuen, großen oder komplex strukturierten Webseiten. Erstelle deine Sitemap mit einem bewährten Plugin oder manuell, reiche sie in der Google Search Console ein und überprüfe sie regelmäßig auf Fehler. So stellst du sicher, dass Google alle deine wichtigen Seiten kennt und crawlt.

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