Ankertexte optimieren: Dos und Don'ts bei internen und externen Links
Der Ankertext sagt Google worum es auf der verlinkten Seite geht. So wählst du ihn richtig — für interne und externe Links.
Du verlinkst regelmäßig in deinen Texten — aber denkst du auch darüber nach, welchen Text du für den Link verwendest? Der Ankertext ist einer der am meisten unterschätzten SEO-Faktoren. Er beeinflusst, wie Google die verlinkte Seite thematisch einordnet. In diesem Artikel erfährst du, welche Arten von Ankertexten es gibt und wie du sie richtig einsetzt.
Was ist ein Ankertext?
Der Ankertext (auch Anchor Text oder Linktext genannt) ist der klickbare, meist farbig hervorgehobene Text eines Hyperlinks. Wenn du auf einer Webseite einen Link siehst, ist der sichtbare Text der Ankertext. Google nutzt diesen Text als Signal, um zu verstehen, worum es auf der verlinkten Seite geht.
Ein Beispiel: Wenn ein Link mit dem Ankertext „beste Laufschuhe" auf eine Produktseite verweist, interpretiert Google das als Hinweis, dass die Zielseite relevant für das Thema Laufschuhe ist. Je mehr Links mit thematisch passenden Ankertexten auf eine Seite verweisen, desto stärker das Signal.
Die verschiedenen Arten von Ankertexten
Nicht jeder Ankertext ist gleich. Es gibt verschiedene Typen, die jeweils unterschiedliche Signale an Google senden.
Exact Match
Der Ankertext entspricht exakt dem Keyword, für das die Zielseite ranken soll. Beispiel: „Keyword-Recherche" verlinkt auf einen Artikel über Keyword-Recherche. Exact-Match-Ankertexte senden das stärkste thematische Signal — können aber bei übermäßigem Einsatz problematisch werden.
Partial Match
Der Ankertext enthält das Keyword, aber in einer natürlichen Formulierung. Beispiel: „So machst du eine gründliche Keyword-Recherche" oder „Tipps zur Keyword-Recherche für Einsteiger". Partial-Match-Ankertexte wirken natürlicher und sind in den meisten Fällen die beste Wahl.
Branded
Der Ankertext besteht aus einem Markennamen. Beispiel: „Laut einer Studie von Ahrefs..." oder „Auf SEO Shade findest du...". Branded Ankertexte sind völlig natürlich und ein wichtiger Teil eines gesunden Linkprofils.
Generisch
Generische Ankertexte sind Phrasen wie „hier klicken", „mehr erfahren", „dieser Artikel" oder „Webseite". Sie liefern Google keinerlei thematische Information über die Zielseite. Trotzdem kommen sie in natürlichen Texten vor und gehören zu einem normalen Linkprofil dazu.
Naked URL
Der Ankertext ist die URL selbst, zum Beispiel „https://seoshade.com". Diese Variante ist vor allem in Quellenangaben und Fußnoten üblich.
Vermeide es, immer denselben Exact-Match-Ankertext für externe Links zu verwenden. Google erkennt unnatürliche Linkprofile und kann deine Seite mit dem Penguin-Algorithmus abstrafen. Ein natürliches Linkprofil besteht aus einer Mischung verschiedener Ankertext-Typen.
Best Practices für Ankertexte
Gute Ankertexte folgen einigen einfachen Grundregeln. Wenn du diese beachtest, hilfst du sowohl Google als auch deinen Lesern.
Sei beschreibend und relevant
Der Ankertext sollte dem Leser und Google klar machen, was ihn auf der verlinkten Seite erwartet. Statt „Klicke hier für mehr Informationen" schreibe lieber „In unserem Leitfaden zur internen Verlinkung erfährst du mehr". Der beschreibende Ankertext liefert Kontext und verbessert die Nutzererfahrung.
Vermeide „hier klicken"
Generische Ankertexte wie „hier klicken" oder „mehr dazu" verschwenden Potenzial. Google kann aus dem Linktext keine thematische Relevanz ableiten. Außerdem ist es für Screenreader-Nutzer schwieriger, den Zweck eines Links zu erfassen, wenn der Ankertext nicht beschreibend ist.
Halte es natürlich und variiere
Verwende nicht immer denselben Ankertext für Links zur gleichen Seite. Variiere zwischen Exact Match, Partial Match und natürlichen Formulierungen. Ein abwechslungsreiches Ankertextprofil wirkt für Google natürlich und vermeidet den Verdacht auf Manipulation.
Halte Ankertexte kurz
Ein guter Ankertext ist prägnant. Zwei bis fünf Wörter sind ideal. Verlinke nicht ganze Sätze oder Absätze — das verwässert das Signal und verwirrt die Leser.
Neben dem Ankertext spielt auch das Link-Attribut eine Rolle: Dofollow vs. Nofollow bestimmt, ob Linkpower weitergegeben wird.
Eine einfache Faustregel: Wenn du den Ankertext liest, solltest du sofort wissen, worum es auf der verlinkten Seite geht — ohne den Kontext drumherum zu brauchen.
Ankertexte bei internen Links
Bei internen Links hast du die volle Kontrolle über den Ankertext. Nutze das aus. Interne Links mit beschreibenden Ankertexten helfen Google, die Struktur deiner Webseite zu verstehen und Seiten thematisch zuzuordnen.
Für die interne Verlinkung gelten etwas andere Regeln als für externe Links. Du darfst bei internen Links deutlich häufiger Exact-Match-Ankertexte verwenden, ohne eine Abstrafung zu riskieren. Google versteht, dass du deine eigenen Seiten mit passenden Keywords verlinkst.
Trotzdem solltest du es nicht übertreiben. Wenn jeder interne Link auf deinen SEO-Leitfaden den exakt gleichen Ankertext „SEO für Anfänger" hat, wirkt das mechanisch. Variiere zwischen „SEO-Grundlagen lernen", „unser Einsteiger-Guide für SEO" und ähnlichen Formulierungen.
Tipps für interne Ankertexte
- Verwende beschreibende Ankertexte, die das Thema der Zielseite widerspiegeln
- Verlinke aus dem Fließtext heraus, nicht nur aus Navigation oder Sidebar
- Achte darauf, dass der umgebende Text zum verlinkten Thema passt
- Verlinke nur, wenn es für den Leser sinnvoll ist
Ankertexte bei externen Links und Backlinks
Bei externen Links — also Links von anderen Webseiten auf deine — hast du weniger Kontrolle. Trotzdem ist es wichtig zu verstehen, wie Ankertexte bei Backlinks wirken.
Das Penguin-Problem
Googles Penguin-Algorithmus wurde speziell entwickelt, um manipulative Linkprofile zu erkennen. Ein unnatürlich hoher Anteil von Exact-Match-Ankertexten bei externen Links ist eines der deutlichsten Warnsignale. Wenn 80 Prozent aller Backlinks zu deiner Seite den Ankertext „günstige Versicherung vergleichen" haben, weiß Google, dass hier manipuliert wurde.
Ein natürliches Linkprofil sieht etwa so aus:
- 30-40 % Branded Ankertexte
- 20-30 % Naked URLs
- 15-25 % Partial Match
- 5-10 % Exact Match
- 10-20 % Generische Ankertexte
Diese Verteilung ist ein Richtwert, keine exakte Formel. Wichtig ist die Grundidee: Natürlichkeit schlägt Optimierung.
Häufige Fehler bei Ankertexten
Einige Fehler sehe ich immer wieder — sowohl bei internen als auch bei externen Links.
Immer gleicher Ankertext: Wenn du intern oder extern immer denselben Text verwendest, wirkt das unnatürlich. Variiere deine Ankertexte.
Zu viele generische Links: Webseiten, auf denen jeder Link „hier klicken" oder „mehr erfahren" heißt, verschenken SEO-Potenzial. Nutze beschreibende Texte.
Irrelevante Ankertexte: Der Ankertext sollte zur Zielseite passen. Wenn du „beste Rezepte" verlinkst und die Zielseite über Autoreifen handelt, verwirrt das Google und deine Leser.
Überoptimierung bei externen Links: Aggressives Linkbuilding mit immer demselben Keyword-Ankertext führt fast sicher zu Problemen. Lies dazu unseren Artikel über häufige SEO-Fehler.
Fazit
Ankertexte sind ein kleines Detail mit großer Wirkung. Für interne Links gilt: Sei beschreibend, verwende relevante Keywords und variiere deine Formulierungen. Für externe Links ist Natürlichkeit der Schlüssel — ein gesunder Mix aus Branded, Partial Match und generischen Ankertexten schützt dich vor dem Penguin-Algorithmus. Vermeide nichtssagende Ankertexte wie „hier klicken" und nutze stattdessen jede Verlinkung als Chance, Google und deinen Lesern zusätzlichen Kontext zu liefern. Ein kostenloser SEO-Check zeigt dir, wie gut deine interne Verlinkung und deine Ankertexte aufgestellt sind.
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