SEO Grundlagen

Keyword-Recherche: Die komplette Anleitung für Einsteiger

Keyword-Recherche Schritt für Schritt erklärt. Finde die richtigen Suchbegriffe für deine Webseite — mit kostenlosen Tools.

Bastian Lipka·29. Januar 2026·10 Min. Lesezeit

Ohne Keyword-Recherche ist SEO wie Angeln ohne Köder. Du wirfst deine Angel ins Wasser und hoffst dass irgendwas beißt. Keyword-Recherche sorgt dafür, dass du genau dort angelst wo die Fische sind.

In dieser Anleitung zeige ich dir Schritt für Schritt wie du die richtigen Keywords für deine Webseite findest — mit kostenlosen Tools und ohne SEO-Vorkenntnisse.

Was sind Keywords?

Keywords (Schlüsselwörter) sind die Wörter und Phrasen die Menschen bei Google eingeben. Wenn jemand "Pizzeria München Schwabing" googelt, ist genau das ein Keyword.

Dein Ziel: Herausfinden welche Keywords deine potenziellen Kunden verwenden und deine Webseite dafür optimieren.

Arten von Keywords

Nicht alle Keywords sind gleich. Es gibt wichtige Unterschiede:

Short-Tail Keywords (1-2 Wörter)

  • Beispiel: "SEO", "Schuhe"
  • Hohes Suchvolumen, viel Wettbewerb
  • Unklare Suchintention
  • Für kleine Unternehmen meist zu umkämpft

Long-Tail Keywords (3+ Wörter)

  • Beispiel: "SEO für kleine Unternehmen", "rote Laufschuhe Damen Größe 38"
  • Niedrigeres Suchvolumen, weniger Wettbewerb
  • Klare Suchintention, höhere Conversion-Rate
  • Perfekt für kleine Unternehmen
Konzentriere dich als Einsteiger auf Long-Tail Keywords. Sie haben weniger Wettbewerb und die Suchenden wissen genau was sie wollen — das bedeutet bessere Conversion-Raten.

Lokale Keywords

  • Beispiel: "Friseur Stuttgart West", "Steuerberater München"
  • Perfekt für lokale Dienstleistungen
  • Oft wenig Wettbewerb und hohe Kaufabsicht

Die Suchintention verstehen

Jede Suchanfrage hat eine Absicht. Google versucht diese Absicht zu erkennen und die passenden Ergebnisse zu liefern. Du musst das Gleiche tun.

Informational: "Was kostet eine Dachsanierung?" → Der Nutzer will sich informieren. Passend: Ratgeber, Blogartikel.

Commercial: "Dachdecker München Bewertungen" → Der Nutzer vergleicht Optionen. Passend: Vergleichsseite, Erfahrungsberichte.

Transactional: "Dachdecker München anrufen" → Der Nutzer will handeln. Passend: Kontaktseite, Leistungsseite.

Navigational: "Müller Bedachungen München" → Der Nutzer sucht eine bestimmte Firma. Passend: Deine Startseite.

Schritt-für-Schritt: Keyword-Recherche durchführen

Schritt 1: Brainstorming

Schreib auf was dir einfällt:

  • Welche Probleme haben deine Kunden?
  • Welche Fragen stellen sie dir am häufigsten?
  • Wie beschreiben sie dein Angebot?
  • Welche Begriffe nutzen sie (Fachsprache vs. Alltagssprache)?

Für einen Elektriker könnten das sein: Elektriker Notdienst, Steckdose einbauen, Sicherung fliegt raus, Smart Home Installation, Elektroinstallation Kosten.

Schritt 2: Google Suggest nutzen

Gib dein Keyword bei Google ein und schau welche Vorschläge erscheinen. Das sind echte Suchanfragen die Menschen stellen.

Tippe zum Beispiel "Elektriker" ein und Google ergänzt automatisch:

  • Elektriker in meiner Nähe
  • Elektriker Kosten
  • Elektriker Notdienst
  • Elektriker Stundenlohn

Mach das für jedes deiner Brainstorming-Keywords. Scroll auch ganz nach unten auf der Ergebnisseite — dort findest du "Verwandte Suchanfragen" die ebenfalls hilfreich sind.

Schritt 3: Kostenlose Tools nutzen

Jetzt verfeinerst du deine Liste mit Tools:

Google Keyword Planner (kostenlos, braucht Google-Ads-Konto):

  • Zeigt Suchvolumen und Wettbewerb
  • Schlägt verwandte Keywords vor

Ubersuggest (begrenzt kostenlos):

  • Keyword-Ideen mit Suchvolumen
  • SEO Difficulty Score
  • Content-Ideen

AnswerThePublic (begrenzt kostenlos):

  • Zeigt Fragen die Menschen zu deinem Keyword stellen
  • Perfekt für Blog-Themen

Google Search Console (kostenlos, wenn eingerichtet):

  • Zeigt für welche Keywords du bereits gefunden wirst
  • Oft findest du dort Keywords an die du nie gedacht hast

Ausführliche Bewertungen findest du in unserem Artikel Kostenlose Keyword-Tools.

Schritt 4: Keywords bewerten

Nicht jedes Keyword ist gleich wertvoll. Bewerte deine Keywords nach drei Kriterien:

Analysiere auch deine Wettbewerber — eine SEO-Wettbewerberanalyse zeigt dir, für welche Keywords deine Konkurrenz rankt.

Achte dabei auf Keyword-Kannibalisierung — wenn mehrere deiner Seiten für dasselbe Keyword konkurrieren, schwächen sie sich gegenseitig.

Nach der Recherche kommt das Keyword-Mapping — die strategische Zuordnung der Keywords zu den richtigen Seiten.

Neben dem Hauptkeyword spielen auch LSI-Keywords eine Rolle — semantisch verwandte Begriffe die den Kontext deines Textes stärken.

Nachdem du deine Keywords gefunden hast, stellt sich die Frage nach der optimalen Keyword-Dichte — wie oft sollte das Keyword im Text erscheinen?

1. Suchvolumen: Wie oft wird das Keyword pro Monat gesucht? Ein Keyword mit 50 Suchanfragen pro Monat kann trotzdem wertvoll sein — wenn die Suchintention passt und der Wettbewerb gering ist.

2. Wettbewerb/Difficulty: Wie schwer ist es für dieses Keyword zu ranken? Schau dir die Top-10-Ergebnisse an. Sind dort nur große Marken und etablierte Seiten? Dann wird es schwer. Sind kleinere Webseiten vertreten? Dann hast du eine Chance.

3. Relevanz: Passt das Keyword zu deinem Angebot? "Elektroinstallation selber machen" hat vielleicht viel Suchvolumen — aber wenn du Elektriker bist, willst du nicht die Leute die alles selber machen wollen.

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Schritt 5: Keyword-Map erstellen

Ordne deine besten Keywords deinen Seiten zu. Jede Seite bekommt genau ein Hauptkeyword und 2-3 verwandte Keywords.

Mit unserem kostenlosen SEO-Score kannst du schnell prüfen, wie gut deine Webseite aufgestellt ist.

Beispiel für einen Elektriker:

| Seite | Hauptkeyword | Verwandte Keywords | |---|---|---| | Startseite | Elektriker München | Elektrofirma München, Elektroinstallation | | Leistung: Notdienst | Elektriker Notdienst München | 24h Elektriker, Strom ausgefallen | | Leistung: Smart Home | Smart Home Installation München | KNX Programmierung, Lichtsteuerung | | Blog | Sicherung fliegt raus | FI-Schalter löst aus, Strom weg |

Ordne nie das gleiche Keyword zwei verschiedenen Seiten zu. Das führt zu "Keyword-Kannibalisierung" — deine eigenen Seiten konkurrieren miteinander und keine rankt gut.

Keyword-Recherche für lokale Unternehmen

Wenn du ein lokales Unternehmen bist, ist die Keyword-Recherche etwas anders:

Muster: [Dienstleistung] + [Stadt/Stadtteil]

  • "Zahnarzt Köln Ehrenfeld"
  • "Friseur München Schwabing"
  • "Steuerberater Hamburg Altona"

Zusätzliche lokale Keywords:

  • "[Dienstleistung] in meiner Nähe"
  • "[Dienstleistung] [Stadt] Bewertungen"
  • "[Dienstleistung] [Stadt] Kosten"
  • "Bester [Dienstleistung] [Stadt]"

Mehr zum Thema lokale Optimierung findest du in unserem Artikel Lokale SEO-Optimierung.

Häufige Fehler bei der Keyword-Recherche

  1. Nur auf Suchvolumen schauen. Ein Keyword mit 10.000 Suchanfragen nützt dir nichts wenn du gegen Amazon und Wikipedia konkurrierst.

  2. Zu breite Keywords wählen. "Schuhe" hat Millionen Suchanfragen — aber du wirst dafür nie ranken. "Handgemachte Lederschuhe Herren München" schon eher.

  3. Fachsprache statt Kundensprache. Du sagst "Lumbalgie", deine Kunden googeln "Rückenschmerzen unterer Rücken".

  4. Keine Aktualisierung. Suchverhalten ändert sich. Prüfe deine Keywords mindestens zweimal im Jahr.

Wie gut sind deine Seiten für die richtigen Keywords optimiert?

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Zusammenfassung

Keyword-Recherche ist die Grundlage für alles weitere im SEO. Investiere hier genug Zeit — denn die besten Texte und die schönste Webseite bringen nichts wenn sie für die falschen Keywords optimiert sind.

Starte mit Brainstorming, nutze Google Suggest und kostenlose Tools, bewerte die Ergebnisse und erstelle eine Keyword-Map. Dann weißt du genau welche Inhalte du erstellen musst — und für welche Suchbegriffe.

Der nächste Schritt: SEO-Texte schreiben die für deine Keywords ranken. Oder nutze die Google Search Console um zu sehen für welche Keywords du bereits gefunden wirst.

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